2. Juni 2013

Jetzt gehts ans Eingemachte: drei Rezepte, Frau Holle und ein Lied






"Ringel ringel reihe, sind wir Kinder dreie, sitzen unterm Hollerbusch, machen alle Husch, Husch, Husch!"




Holunderblüten sind doch immer wieder schön!!!
Hier, in der Nähe von Berlin sind sie leider schon fast alle verblüht:(
Aber ich habe noch einige wenige gefunden und unter anderem meine alljährliche Limonade daraus gemacht! Falls ihr auch noch irgendwo welche entdeckt habt und noch nicht wisst, was ihr damit machen könntet, dann lest fleißig weiter. Heute gibt es nämlich gleich drei Rezepte in einem Post, denn ich kann es ja nicht zulassen, euch die anderen erst später zu geben, während bei euch die Holunderdolen verblühen.



Wenn sich jetzt noch jemand fragt, wovon hier eigentlich die Rede ist und warum der Post mit "Ringel reihe" beginnt, dem sei gesagt: Holunderdolden sind die kleinen Büschel von Blüten, die am Strauch des Schwarzen Holunders zu finden sind. Wenn ihr die Bilder hier im Hinterkopf habt und aufmerksam durch die Gärten und Parks geht, dann findet ihr solche Büsche recht schnell.


Das ist auch das Gute an den Rezepten: ihr müsst einfach nur durch die Sonne spazieren, ein paar Blütendolden pflücken und einige wenige Zutaten opfern, die ihr wahrscheinlich sowieso schon im Haus habt. Also Küchenparty ohne Shoppingstress:)

Der Holunder mag es übrigens bei uns. Er findet sich häufig in der Nähe von Häusern. Dort wurde er früher extra angepflanzt, damit Hexen und böse Zauberer abgewehrt werden. Und auch Scheunen schützte Holda vor Blitz und Feuer. Wer? Ja, Holda. Die Germanen waren nämlich der Meinung, dass im Holunderstrauch eine Schutzgöttin wohnt. Holda. Ihr kennt sie bestimmt, sie ist keine andere als unsere liebe Frau Holle.
Es gibt auch noch ein weiteres Märchen "Birnbaum und Hollerstaun" oder auch "Der Tod im Birnbaum". Es geht um einen Schmied, der den Tod überlisten will. Es klappt auch, aber nun sitzt er unter seinem Holunderbusch, wird immer älter und merkt bald, dass das ewige Leben ihn nicht glücklich macht.

So viel zur Märchenstunde, jetzt geht`s in die Küche.

Die Holunderblüten sollten übrigens möglichst zur Mittagszeit bei Sonnenschein gepflückt werden. Da haben sie das vollste Aroma.



Rezept 1: Holunderlimonade



Zutaten:
  • 2 EL Zucker (oder mehr nach Belieben)
  • 1 Zitrone
  • 1,5l Mineralwasser
  • 4-5 Hollerblüten
 

Zubereitung: 

Aus der Zitrone drei Scheiben schneiden und den Rest auspressen. Beides in eine Karaffe geben und die geputzten Hollerblüten dazu. Den Zucker drüberstäuben und mit Wasser auffüllen. 2 bis 3 Stunden ziehen lassen. Nach Belieben nachsüßen, eventuell mit selbstgemachtem Holunderblütensirup.



Rezept 2: Holunderblüten-Gelee mit Vanille
(braucht Zeit)


Zutaten für zwei etwas kleinere Gläser:
  • ca. 5 Holunderblüten
  • 250ml Wasser
  • 170g Gelierzucker 2:1
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2-3 EL Vanilleessenz (besser bzw. vanilliger: Mark einer halben Vanilleschote

 Zubereitung:

Wasser und Zitronensaft vermischen und geputzte Holunderblüten hineingeben. Alles ca. 24 Stunden durchziehen lassen.
Alles durch ein Sieb in einen Topf geben. Das Vanillemark und den Gelierzucker ebenfalls hinzufügen. Alles aufkochen lassen, dann 4-7 Minuten weiterköcheln, bis die Gelierprobe klappt (dazu etwas von der Masse auf einen Teller geben und prüfen, ob es geliert).
Auf heiß ausgespülte Gläser verteilen und diese für 5 Minuten auf den Kopf stellen.




Rezept 3 und mein Favorit: Holunder-Physalis-Kompott




Zutaten für ein großes Kompottglas:

400g Physalis bzw. Kapstachelbeeren / Blasenkirsche / Lampionblume
4-6 Holunderblütendolden
235g Zucker
2 unbehandelte Limetten oder Zitronen


Zubereitung:

Die Früchte der Physalis aus ihren Hüllen befreien und waschen. Die Holunderblüten putzen und klein hacken.
Zucker und Wasser aufkochen, dann den Saft und die abgeriebene Schale der Limetten sowie die Früchte zufügen und kochen, bis die Physalis weich werden.
Anschließend die Holunderblüten untergeben und alles in heiß ausgespülte Gläser füllen. Diese 5 Minuten auf den Kopf stellen.
Falls die Früchte nicht nach einigen Tagen verbraucht werden, sollten sie kühl und möglichst lichtfern gelagert werden. 



Und damit mal wieder bei einer schönen Blogparade dabei:


4 Kommentare:

Katharina hat gesagt…

die Physalis sehen sehr lecker aus. Wenn bei uns der Holunder blüht, muss ich das auch mal ausprobieren. Schönen Sonntag
LG Katharina

Simone/S-Kueche hat gesagt…

Huhu, ich fand mich neulich schon groß mit 2 Rezepten an einem Tag, aber 3 Stück und ein Lied, ist ja enorm! Tolle Holunder Fotos übrigens.

lunasphilosophy hat gesagt…

mmmmmh - Holunder. Bei uns (im wilden Westen) konnte ich noch keinen entdecken. Aber das mit dem Regen soll sich so langsam beruhigen. Vielleicht gehe ich ja dann endlich wieder mit offenen Augen durch die Welt, anstatt nur nach Hause huschen. :)

Liebe Grüße von der Luna

Backen macht froh hat gesagt…

Holunder ist wirklich herrlich! Ich habe auch gerade noch ein Bild zu Rezept 2 eingestellt:)

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