1. Oktober 2014

Weintipp der Woche

Wenn ihr mich kennt, habt ihr vielleicht schon mitbekommen, dass ich auf den Wein gekommen bin. Ich mochte schon eine ganze Zeit lang Wein. Das war aber überwiegend roter. Seit einem halben Jahr etwa zieht es mich aber eher in die Weißweinrichtung. Komisch, man würde doch eher vermuten, dass Frauen lieber Weißwein trinken und später dann erst auf den Geschmack von rotem kommen.
 
Wie auch immer bin ich ja jedenfalls der Typ, der sich nicht zufrieden gibt, wenn der Wein nicht genau das trifft, was ich mir vorstelle. Also ich meine... ich gebe mich schon damit zufrieden und trinke ihn gerne, allerdings suche ich dann noch weiter und kaufe eben das nächste Mal eine andere Flasche, in der Hoffnung, dass sie eher nach meinen Geschmack ist.
Somit lernt man seinen eigenen Geschmack besser einzuschätzen und die Beschreibungen des Weins einzuordnen. Was versteht ein Anfänger schon unter "Säure", "fruchtig" oder gar "würzig"?
 
Am besten ist es, wenn man ein Weindepot kennt, wo man den Wein probieren darf. Leider geht sowas nicht in Kaufland und Co. Auch bei Onlineshops gestaltet sich das Testen vor dem Kauf schwierig;)
 
Wie gut, dass ihr mich habt;) Ich teste gerne einige Sorten Wein für euch. Rot, rosé, weiß, Schaumweine, Likörweine und und und. Ich versuche dabei, kein kennerisches Bla Bla an den Tag zu legen, denn Kenner bin ich nun weißGott nicht. Nein, ich bin Genießer und darauf kommt es auch in erster Linie beim Weintrinken an. Habt Spaß daran und fühlt euch nicht unbehaglich, nur weil ihr das Glas nicht so schwenkt und die Worte nicht so wählt wie euer Nachbar.
 
 
Beginnen wir die wöchentlichen Weintipps also heute.
Da habe ich für euch nämlich den Wein von 3 genauer unter die Lupe genommen. Die "Drei" sind Christian, Alexander und Heiko. Zwischen 1969 und `82 geboren geben sie eine bunte und gute Mischung für das eigene Weingut: Hotelier und Schlosseigentümer, gelernter Weinküfer und gelernter Winzer im Dreiergespann.
Mit 2014 verzeichnen die "Drei" den dritten Weinjahrgang. Über die Geschichte ab 2009 wird man auf der Website hier sowie spezieller auf dem Weingutblog auf dem Laufenden gehalten.
 
Keine Anonymität: hier siehst du, wer deinen Wein macht. Die drei Weinmacher im Bild.
 
Vom Weingut könnt ihr euch momentan 7 verschiedene Sorten Flaschenwein nach Hause schicken lassen. Mit dabei sind unter anderem der Perlwein Petrini, der Antonio Petrini seinen Namen verdankt, der Weißwein Wolf jr. und der Melusine (ein halbtrockener Rotling) - das sind auch die, die ich für euch unter die Lupe genommen habe (bzw. folgt der Rotling, also Roséwein,  erst noch).
 

Wolf jr. - Weißwein

 
WolfmPÜber den Weißweincuvée sagt Christian: Unser Weißweincuvée wurde nach dem Erbauer von Schloss Zeilitzheim, Philipp Gaston Wolf von Wolfsthal, benannt. Er hatte das vorherige Anwesen von seinem Vater geerbt und das heutige Schloss gebaut. Jr. heisst unser Wolf, weil er das genaue Gegenteil eines “alten” und komplexen Weines ist. Ganz große Fruchtaromen kombiniert mit feiner Säure machen ihn einfach zugänglich und verkörpern die jugendliche Leichtigkeit dieses Trinkweines, der bei Partys mit Freunden der perfekte Begleiter ist, aber auch allein zu Hause Spaß macht.
 

Was?

Dieser Cuvée (ich sage immer "der", aber ich glaube es heißt die Cuvée), ist der erste Wein, auf den ich mich gestürzt habe. Die Bezeichnung Cuvée  kennzeichnet, dass der Wein eine Mischung verschiedener Rebsorten ist. Somit kann man dem Wein verschiedene Eigenschaften geben, ihn also komponieren (klingt toll, oder? besser als einfach nur: Weinverschnitt herstellen;)
 

Womit?

Den Wein habe ich an einem Abend getunken, als ich Lust darauf hatte. Dafür habe ich nicht extra Fisch gekocht, der ja bekanntlich ein guter Weißweinbegleiter (oder eher andersherum: der Wein ein guter Fischgerichtbegleiter) ist, sondern das Schwarzwurzelrezept ausgepackt, was ich euch hier schon vorgestellt habe und einen Salat zubereitet. Dazu noch eine Thunfischpizza mit Bergkäse überbacken (hey, da ist ja doch noch was mit Fisch!) und Pilzpfanne (ihr ahnt schon, es saßen noch mehr am Tisch). Die Rezepte folgen übrigens noch. 
 


 

Geschmack?

Zu meinem Abendessen hat er ganz perfekt gepasst. Der Wein ist nicht schwer (das meint Christian wohl mit dem Gegenteil von "komplex" und hat nur wenig Säure. Das gefällt mir sehr, denn ich bin eher der Typ, der säurearme Weißweine mag- soviel habe ich schon einzuschätzen gelernt. Und nun kommt es: der Wein ist eine wahre Fruchtbombe! Damit meine ich nicht den Vitamingehalt oder sonstiges;) Es ist einfach Wahnsinn, was man aus einem Weißwein herausholen kann. Noch nie habe ich es erlebt, dass ich wirklich so starke Frucht geschmeckt habe. Es erinnert an Frühling, an Sommer, an Freude! Somit passt der Wein auch super zu lauen Abenden (und ein paar haben wir ja gerade noch davon), die man mit Freunden auf der Terrasse genießen kann, was sich sicher auch gut anbietet, denn ich denke keiner wird den Wein verschmähen. Auch die Männer werden sich ein zweites Glas gönnen wollen, obwohl ich ihn schon als Frauenwein durchgehen lassen würde.
 

Petrini - Perlwein

Petrini Wein von 3Was?

Der Petrini ist ein Perlwein, quasi ein Zwischending von Sekt und Wein. Er prickelt, aber nicht zu doll. Stellt es euch wie bei Mineralwasser vor: medium statt sprudelig.
 

Womit?

Einfach pur. Oder mit ein paar Erdbeeren und Pralinchen zwischendurch.
 

Geschmack?

Super. Perlwein mag ich und dieser ist wirklich nicht von schlechten Eltern. Nicht zu viel Säure, nicht zu wenig Frucht und dabei aber ein "schöner Körper", wie man so schön sagt. Sekt finde ich da manchmal zu "dünn", irgendwie auch herb. Der Petrini ist aber gut ausgeprägt. Ich mag ihn und ich glaube er wird der einzige männliche Begleiter (Antonio Petrini war übrigens fränkisch-italienischer Baumeister) sein, der noch bei einigen Mädelsabenden dabei sein darf.
 
 

Was noch?

Hier will ich den Post nicht einfach so enden lassen, denn ich habe noch einen kleinen Geheimtipp für euch.
Ich liebe Federweißer und gerade ist ja die entsprechende Zeit dafür. Ihr wisst schon, das sind die Flaschen, die man quasi nach Hause balancieren muss, weil sie einen Gärverschluss haben, also einen Deckel, der nicht komplett verschließt und somit das Getränk sprudelnd quasi aus der Flasche explodieren lässt, wenn man die Flasche auch nur ein bisschen zu schräg halt. (Macht es meiner Schwester nicht nach, die eine solche Flasche an der Kasse erstmal auf das Band gelegt hat legen wollte.)
 
 
 
Federweißer (oder "Bremser" oder auch "Federweißen") haben die Jungs von "Wein von 3" dieses Jahr auch hergestellt. Premiere! Diesen könnt ihr am 5. Oktober vor Ort verkosten, denn es gibt im Schloss ein Federweißenfest. Ist das nicht genial? Ich kann leider nicht dorthin, aber wenn ihr geht, sagt mir unbedingt bescheid, wie es war, wie es geschmeckt hat und ob der Zwiebelkuchen von Heiko wirklich so lecker war, wie er sagt;)
Stängli und Schmalzbrote sind auch mit am Start.


 
Das Weingut Wein von 3 hat seinen Sitz im Barockschloss Zeilitzheim, zwischen Volkach an der Mainschleife und Gerolzhofen, dem Tor zum Steigerwald gelegen.

2 Kommentare:

Kiki Surlechamp hat gesagt…

Hallo meine Liebe! Ich trinke auch für meine Leben gerne Wein! Das Kenner-Blabla ist für mich aber auch eher verwirrend. Ich kategorisiere meistens in "Lecker" und "geht so" Auch teile ich nicht die Meinung der sogenannten Weinkenner, die immer behaupten, ein guter Weißwein müsste immer trocken sein und süßer Wein ist sowieso was für Kinder und Teenager...Ich persönlich ziehe die süßen Sorten sogar vor. Mein Schwiegervater ist aber ein richtiger Kenner und langsam weiht er mich in die Geheimnisse eines guten Weines ein und ich muss zugeben, dass das ganze Thema wirklich unglaublich interessant ist! Preisunterschiede schmecke ich allerdings selten heraus :-) Wenn ich ein schickes Dinner plane und der Wein zu den Gängen passen soll, spicke ich immer in dieser Tabelle! Und ich muss sagen, dass das Essen wirklich um einiges aufgewertet wird. http://winefolly.com/review/5-tips-to-perfect-food-and-wine-pairing/ Check das mal aus!
Vielleicht kannst dus ja auch hin und wieder gebrauchen! Vlg Kiki

Toni S hat gesagt…

Liebe Kiki, danke für den Link und cool, dass ich einen Weinverbündeten gefunden habe! Das Thema ist wirklich total interessant. Ich hatte schon überlegt mir ein Buch zuzulegen aber momentan surfe ich immer noch eher durchs Netz. Neulich war eine Verkostung von Rot, weiß, Rosé und Moscato d`Asti. Der war lecker! aber am Ende habe ich gesehen 12,99!! Aber das war echt angemessen. Wenn man mal die 2Euro-Plörre getrunken hat, will man da vielleicht gar nicht mehr so ran und trotzdem gibt es so leckeren Moscato! Man sollte ja sowieso immer nicht so aufs Etikett gucken sagt man ja:) Da gibt es ja sogar Studien, wo den Probanden Weine gegeben werden, die sagen dann der teurere hat besser geschmeckt und im Endeffekt war der Preis gar nicht wie angegeben.
Liebe Grüße!

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