20. August 2014

Lerne Nigel Slater persönlich kennen

Ich koche. Das tue ich an so ziemlich jedem Tag meines Lebens, seit meiner Teenagerzeit. Nichts Protziges oder Auffälliges, nur ehrliche, alltägliche Sachen. Die Art von Essen, für die man nach einem arbeitsreichen Tag gerne nach Hause kommt. Ein paar Wochenendrezepte, ein bisschen Kuchen und Backvergnügen, vereinzelte Einmachgläser und Schlemmereien für Festtage. Aber im Allgemeinen bloß schlichte, unaufdringliche Rezepte, eher zum Austauschen als zum ehrfürchtigen Bestaunen.
 
Warum erzähle ich euch das? Ich beginne ja nicht gerade einen Blog, sondern versorge euch schon über ein Jahr mit kulinarischen Einblicken in mein Leben.
Aber alles, was da oben steht, stimmt.
Nur ist es nicht aus meiner Feder.
 

Ein einfaches Buch       ?

 
Diese Zeilen sind die einleitenden Worte des Küchentagebuchs von Nigel Slater. Das hat vor gut einer Stunde die Postfrau gebracht.
Merkt ihr was? Vor einer Stunde!
Es ist also kein Buch, das einige Wochen auf seine Rezension warten muss, weil es vielleicht eher uninteressant oder banal ist. Nein, es ist ein Buch, was mein Interesse geweckt hat. Sicherlich ist es nicht jedermanns Sache, denn es ist wirklich eher ein Küchentagebuch als ein Kochbuch. Ohne große Umschweife beginnt es auf Seite 14/15 im Januar (das gesamte Buch umfasst 544 Seiten! [532 ohne Register und Co.]) mit einem bescheidenen Brot und einer Suppe aus Wurzeln. Allerdings kommt nach dieser Überschrift nicht etwa sofort ein Rezept. Nein, es folgt ein Tagebucheintrag.
Wundervoll!
http://www.dumont-buchverlag.de/buch/Nigel_Slater_Das_Kuechentagebuch./14479
 

Kein besonders aufregender Tag

 
Nigel erzählt von seinem Tagesverlauf am 1. Januar. Kein besonders aufregender Tag. Er gönnt sich den Rest vom Silvester-Champagner, genießt die Ruhe und beginnt Brot zu backen.
Seine Zeilen zeugen von solch einer Ruhe und Bedächtigkeit, dass es wahrhaft wohltuend ist, sie zu lesen. Man scheint ihn in seiner Küche beobachten zu können, nahezu neben ihm zu sitzen und ihm zuzuschauen.
Es ist toll und weckt zugleich das Bedürfnis ebensolch ein Tagebuch zu schreiben. Weiterlesen will man auf jeden Fall!
 

Hätte ich das gedacht? Ganz sicher nicht!

 
Wie werde ich dieses Buch studieren? Eins ist klar, ich werde alle Seiten lesen! Hätte ich das gedacht? Ganz sicher nicht! Ganz sicher nicht!
Womöglich starte ich das Lesen in der Mitte des Buches. An der Stelle nämlich, zu welcher Jahreszeit wir uns auch gerade befinden. Im Sommer, Ende August. Durch die saisonalen und regionalen Bezüge, die sich bei den entsprechenden Monaten finden, wird es auch für mich einige Anregungen für Rezepte geben. So ist es vielleicht am sinnvollsten, sich das Buch ein ganzes Jahr über schmecken zu lassen. An jedem Tag zwei, drei Seiten zu lesen und somit täglich eine kleine Auszeit zum Lesen zu haben.
 

Die Rezepte

Allein die wenigen Seiten, die ich von diesem Tagebuch nun kenne, lassen mich glauben, Nigel Slater zu kennen. Er schreibt so normal, nicht abgehoben und geht gleichfalls einfach mit seinen Rezepten um. Die Zutaten sind so gehandhabt, dass man sie überall bekommen kann oder auch schon zu Hause hat. Anderenfalls ersetzt man sie eben ohne dass man Bedenken haben muss, Lehrer Slater stünde kopfschüttelnd hinter einem. Im Gegenteil; er würde uns ermutigen, sich nicht exakt an seine Angaben zu halten, denn er möchte weniger das perfekte Gericht auf dem Tisch haben, als Spaß am Kochen und Essen wecken, genauso wie an gemeinsamen Tischrunden, die auch gerne mal um eine Kohlsuppe herum stattfinden können.
 

Geht es nicht auch ohne das Buch?

Das Buch ist top, ich möchte es in meinem Regal nicht mehr vermissen, das sage ich schon jetzt! Von mir gibt es also eine klare Empfehlung, sich "Das Küchentagebuch - Mit 250 Rezepten durch das Jahr" anzuschaffen. Die 39,99€ sind es wert für Tipps für ein gesamtes Jahr (und das nächste und das nächste usw. ja dann auch wieder)!
Denjenigen, die allerdings wirklich nur an einer Sammlung von Rezepten interessiert sind, dürfte das Buch weniger zusagen. Aber trotzdem sollten diese mal einen Blick hinein werfen, möglicherweise werden sie umgestimmt. So wie auch ich einst ein reiner Rezeptesammler war.  
 
Nigel Slater
erschienen: August 2014
532 Seiten
Preis: 39,99 €
ISBN: 978-3-8321-9477-2

4 Kommentare:

Ma Lu hat gesagt…

Liebe Toni,
Ich kann dich so gut verstehen. Ich besitze zwar das Buch nicht, aber ich habe vor einer Weile im Fernsehen eine Kochserie mit Nigel Slater verfolgt. Seitdem bin ich sein Fan! Diese Gelassenheit mit der er kocht, diese unaufgeregte Phantasie , einfach sympathisch. Ich glaube, ich werde mir das Buch demnächst mal im Geschäft ansehen. Danke für deinen Bericht!
Liebe Grüße Maren

Toni S hat gesagt…

Hey Ma Lu, welche Serie war das denn? Vielleicht kann ich sie mir ja online mal anschauen?

Barbara hat gesagt…

Mann bist du schnell (mein Buch ist erst gestern mittag gekommen). Aber Nigel Slater ist wirklich einsame Spitze, schon sein "Tender-Obst" fand ich genial.

Liebe Grüße,
Barbara

olles Himmelsglitzerdings hat gesagt…

Ich finde das Buch auch super, besonders, dass man in jeder Jahreszeit einsteigen kann wie man mag. Die Rezepte sind einfach aber kreativ und ich werde sicher einiges davon nachkochen.

Viele Grüße
Anita

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